Veröffentlicht am 23. Februar 2026 | 5 Min. Lesezeit
Casinoflächen sind ein Friedhof einst dominanter Spiele. Faro nahm im Amerika des neunzehnten Jahrhunderts mehr Geld ein als Roulette und Blackjack zusammen, und heute findet sich nirgends mehr ein Tisch. Die Gründe für das Verschwinden sind fast immer arithmetisch: Entweder war die Hausmarge zu dünn, um die Fläche zu bezahlen, oder so fett, dass die Gäste das Spiel verließen, sobald sie es vergleichen konnten.
Was folgt, ist ein kurzer Rundgang durch Spiele, die wirklich verschwunden oder nahezu verschwunden sind — jeweils mit dem Mechanismus, der sie funktionieren ließ, und der Marge, die am Ende über sie entschied.
Faro: das Spiel, das den amerikanischen Westen beherrschte
Faro wurde aus einem Kartenschlitten auf ein Tableau mit den dreizehn Kartenwerten gegeben. Die Gäste setzten auf einen Wert, der Bankhalter zog zwei Karten — eine verlierende, eine gewinnende —, und die Einsätze wurden abgerechnet. Es war schnell, das Tableau war für einen überfüllten Saal einfach genug, und es verlangte vom Spieler fast kein Können.
Das Haus verdiente an zwei schmalen Regeln. Erschienen beide Karten eines Zuges im gleichen Wert, war das ein Split, und die Bank nahm die Hälfte aller Einsätze auf diesen Wert. Beim letzten Zug des Decks, mit drei Karten im Spiel, verschoben sich die Quoten zugunsten der Bank. Die ehrliche Marge war schmal, mit vorhersehbarer Folge: Faro wurde zum Spiel, das man am stärksten mit manipulierten Kartenschlitten und falschen Bankhaltern verband, und Regulierung und Ruf erledigten es gemeinsam.
Trente et quarante: eine fast ausgeglichene Wette mit Haken
Beim Trente et quarante legt der Croupier zwei Reihen, Schwarz und Rot, und addiert Kartenwerte, bis jede Reihe dreißig überschreitet. Die Reihe näher an einunddreißig gewinnt. Da beide Reihen auf gleiche Weise entstehen, liegt die Wette sehr nahe an einer echten Gleichchance — und genau deshalb brauchte das Spiel eine Regel, die es finanzierte.
Diese Regel ist das Refait. Ergeben beide Reihen einunddreißig, ist der Coup nichtig, und der Gast muss den Einsatz entweder für die nächste Gabe stehen lassen oder die Hälfte abgeben, um ihn zurückzuziehen. Der Hausvorteil steckt vollständig in dieser einen Situation und ergibt etwa ein Prozent — eine der niedrigsten Margen, die je an einem Casinotisch angeboten wurden. Das Spiel überlebt in einigen französischen und monegassischen Sälen und online praktisch nicht.
Hazard: der Vorfahr, nicht das Spiel
Hazard war das englische Würfelspiel des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, gespielt mit einer genannten Zahl, dem Main, und einer zweiten, der Chance, die der Werfer anschließend wiederholen musste. Es verschwand weniger, als dass es sich wandelte: Die amerikanische Vereinfachung von Hazard ist Craps, und das Wort Crabs für den verlierenden Wurf steckt noch im Namen.
Hazard zeigt, dass Spiele selten an ihren Quoten sterben. Die Marge war vertretbar; das Problem war, dass die Regeln einen Absatz zur Erklärung brauchten und eine einfachere Fassung mit derselben Mathematik sie auf der Fläche schlug. Jedes Tischspiel, das bis heute überlebt hat, lässt sich im Stehen von einem Fremden lernen.
Boule und Sic Bo: eines bestrafte die Gäste, das andere nicht
Boule ist der klarste Fall einer schlicht zu hohen Marge. Eine Kugel fällt in eine Schale mit achtzehn Fächern, die die Zahlen eins bis neun tragen, jede Zahl also zweimal. Eine Gewinnzahl zahlt sieben zu eins. Die Rechnung: einmal in neun Versuchen gewinnt man sieben Einheiten, in den anderen acht verliert man eine, der Erwartungswert ist also minus ein Neuntel, rund elf Prozent gegen den Gast — das Vierfache des europäischen Roulettes. Genau darum blieb Boule eine französische Provinzkuriosität.
Sic Bo ist das Gegenbeispiel: ein altes Dreiwürfelspiel, das nie verschwand, weil seine Hauptwette den Vergleich übersteht. Die Wette auf Klein oder Groß verliert nur bei einem Drilling, und ein Drilling kommt sechsmal unter zweihundertsechzehn Möglichkeiten vor, die Marge liegt also bei 6 ÷ 216, etwa 2,8 Prozent. Die Wetten auf eine bestimmte Summe auf demselben Tableau laufen weit schlechter — die eigentliche Lehre des Tisches: Nicht das Spiel ist gut oder schlecht, sondern die einzelne Wette.
| Spiel | Herkunft | Woher die Marge kam | Hausvorteil |
|---|---|---|---|
| Faro | Frankreich im 17. Jh., dann USA | Splits und letzter Zug | Schmal |
| Trente et quarante | Frankreich, 17. Jh. | Das Refait bei 31–31 | ≈ 1 % |
| Hazard | England, vor 1800 | Main und Chance | Wurde zu Craps |
| Boule | Frankreich | 7-zu-1 bei einer Chance von 1 zu 9 | ≈ 11 % |
| Sic Bo | China | Drillinge schlagen Klein/Groß | ≈ 2,8 % auf Klein/Groß |
Was der Friedhof lehrt
Drei Muster ziehen sich durch all diese Spiele. Eine dünne Marge lädt zum Betrug ein, weil sich das Spiel nur rechnet, wenn man es bricht. Eine fette Marge überlebt nur, solange die Gäste sie mit nichts vergleichen können. Und Komplexität verliert jedes Mal gegen ein einfacheres Spiel mit identischer Mathematik.
Der praktische Nutzen dieser Geschichte ist der Vergleich. Ein altes Spiel ist nicht deshalb die bessere Wette, weil es alt ist — Boule gehört zu den schlechtesten Wetten, die ein europäisches Casino je anbot, und ist zweihundert Jahre alt. Die einzige lohnende Frage an jeden Tisch, alt oder neu, lautet: Wie hoch ist die Marge auf genau die Wette, die ich machen will?
Häufige Fragen zu historischen Casinospielen
Warum verschwand Faro?
Die ehrliche Marge war zu schmal, um einen Tisch zu tragen, was manipulierte Kartenschlitten endemisch machte. Als Aufsicht und Gäste das erkannten, verlor das Spiel das nötige Vertrauen und wurde durch Blackjack und Craps ersetzt.
Kann man diese Spiele noch spielen?
Trente et quarante und Boule überleben in einigen französischen und monegassischen Casinos. Sic Bo ist weit verbreitet, auch online. Faro und das klassische Hazard sind faktisch Museumsstücke.
Bieten ältere Spiele bessere Quoten?
Nein. Das Alter sagt nichts über die Marge. Trente et quarante ist eine der günstigsten je angebotenen Wetten und Boule eine der teuersten, und beide stammen aus demselben Land und Jahrhundert.
Was ersetzte diese Spiele?
Auf der Tischseite Blackjack, Craps und Roulette, später die Slots, die weder Croupier noch eine Mindestzahl von Gästen brauchen. Über das Programm entscheidet die Ökonomie der Fläche, nicht allein der Geschmack.
Weiterführend zum Spiel, das das amerikanische Glücksspiel einst beherrschte: der Lexikonartikel zum Trente et quarante.
Derselbe arithmetische Blick trägt bei der Frage, was Jetonfarben wirklich codieren, bei der Erzeugung und Zertifizierung von Slot-Zufall, bei der Mechanik, mit der Casinokredit eine Sitzung in eine Schuld verwandelt und bei den Grenzen, die den Ausgang einer Sitzung tatsächlich verändern.